Studie: 28,4 Millionen aufgeschobene OPs weltweit

Birmingham/Berlin (pag) – Eine Studie der Universität Birmingham zeigt, dass in der Corona-Krise bisher rund 909.000 Operationen in Deutschland aufgeschoben wurden. Weltweit stellen die Wissenschaftler rund 28,4 Millionen vorübergehend nicht ausgeführte, aber geplante Eingriffe fest. Der Untersuchung liegen Daten aus 359 Kliniken in 71 Ländern zugrunde. Unterteilt wurde in drei Kategorien: unkritische Eingriffe, Krebs-Operationen und Kaiserschnitte.

Uniklinika wollen Pandemiemanagement verbessern

Berlin (pag) – Das kürzlich gegründete Nationale Netzwerk Universitätsmedizin will die Versorgung von Patienten und das Pandemiemanagement in der Coronakrise schnell durch neue Erkenntnisse der Uniklinika unterstützen.

Mindestmengen: IQTiQ untersucht Folgen

Berlin (pag) –Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) soll die Auswirkungen von Mindestmengenregelungen analysieren. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat jetzt die Beauftragung erteilt.

Führende Fachgesellschaften für Intensivmedizin in Deutschland haben eine gemeinsame Erklärung zur Behandlung von Covid-19-Patienten verfasst

05.05.2020


Nürnberg. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA), die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), die Deutsche Gesellschaft für internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) und die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) vertreten gemeinsam den überwiegenden Teil der deutschen Intensivmedizin und stellen fest:
 

  1. Nicht-invasive Beatmung und invasive Beatmung sind keine Entweder-Oder-Konzepte der intensivmedizinischen Behandlung, sondern ergänzen einander. Sie werden - abgestimmt auf den jeweiligen, individuellen Patienten und dessen Situation - angewendet. Dieses Stufenkonzept ist Teil der leitliniengerechten, intensivmedizinischen Behandlungsstrategie.
     
  2. Die Versuche einzelner Ärzte, in den Medien Angst vor einer Beatmung zu schüren, führen zu einer unnötigen Verunsicherung der Patienten. Die Behauptungen können durch die bislang vorliegenden, wissenschaftlichen Daten nicht belegt werden. Der implizite und explizite Vorwurf, dass in Deutschland Covid-19-Patienten zu früh und/oder zu häufig intubiert und dadurch vermehrt versterben würden, ist schlichtweg falsch.
     
  3. Vielmehr zeigen die aus dem Intensivregister der DIVI sowie aus einer Umfrage der DGAI ableitbaren Daten, dass rund 70 Prozent der Intensivpatienten mit Covid-19 die Behandlung auf einer Intensivstation in Deutschland überleben.Warum andere Länder deutlich geringere Überlebensraten melden, kann aus der bestehenden Datenlage zur Hochzeit der Pandemie nicht abschließend beantwortet werden. Mögliche Gründe für die besseren Ergebnisse in Deutschland sind - neben einer leitliniengerechten intensivmedizinischen Behandlung - ein gut vorbereitetes und hochwertiges Gesundheitssystem sowie ein guter Zugang der gesamten Bevölkerung zu Gesundheitsleistungen im Rahmen der Pandemien, bei beherrschbaren Fallzahlen. Gleichzeitig sind in anderen Ländern wie Italien und den USA eine Vielzahl von Patienten in kurzer Zeit auf ein - in Summe - deutlich schlechter aufgestelltes Gesundheitssystem getroffen.Hinzu kommt, dass die in der bislang größten US-amerikanischen Studie publizierten und häufig zitierten Zahlen zur Sterblichkeit von intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten fehlerhaft waren und von der Fachzeitschrift mittlerweile korrigiert wurden.

    Kontaktdaten:
    Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) /
    Berufsverband Deutscher Anästhesisten e.V. (BDA)
    Roritzerstraße 27, 90419 Nürnberg
    Telefon: 0171 / 837 873 8
    E-Mail:
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    Internet:
    www.dgai.de
    www.bda.de