Berlin (pag) – Arztnetze fördern, aber wie? Um diese Frage dreht sich die Podiumsdiskussion mit Gesundheitspolitikern und dem Vorstandsvorsitzenden der Agentur Deutscher Arztnetze (ADA), Dr. Veit Wambach. Vor allem Vertreter der Netzwerke äußern gegenüber den Abgeordneten den Wunsch, endlich den Leistungserbringerstatus zu bekommen. 

Dr. Veit Wambach © pag / Fiolka
Dr. Veit Wambach © pag / Fiolka

Die Netzwerke bekämen damit die Möglichkeit, Ärzte anzustellen, um auf Versorgungsherausforderungen oder -engpässe ihrer Region einzugehen, erläutert Wambach. In diesem Zusammenhang fordert er – auch um dem Landarztmangel zu begegnen – Medizinische Versorgungszentren (MVZ) in strukturschwachen Regionen gründen zu dürfen. Das sei nur durch eine Gesetzesänderung des § 95 SGB V möglich, die anerkannte Netzwerke nach § 87b SGB V zu einer MVZ-Gründung ermächtigen könnte. 

Dass Netzwerke keine Ärzte anstellen dürfen, scheint den Politikern nicht klar gewesen zu sein: „Ich werde das Problem auf jeden Fall mitnehmen“, kündigt Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) an. Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen) stimmt zu, dass die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen eine breite Durchsetzung von Netzwerken verhinderten. Arztnetze wären aber eine „sinnvolle Keimzelle“, um eine sektorenübergreifende Versorgung zu gewährleisten, so die Grünen-Politikerin, die nach der Bundestagswahl zum ersten Mal in den Bundestag zieht. „Die KVen wären gut beraten, wenn sie neuen Versorgungsformen Raum und Zeit zum Wachsen geben“, sagt Georg Kippels (CDU). Er sieht in den Netzwerken eine Möglichkeit, die „Ambulantisierung“ in Deutschland voranzutreiben. Kathrin Vogler (Die Linke) fragt sich hingegen, wer kontrolliere, dass die Netzwerke in ärztlicher Leitung bleiben, damit dort – wie in Krankenhäusern schon längst geschehen – nicht die „Herrschaft der Ökonomie“ Einzug hält. 

Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels wird bereitgestellt von der Presseagentur Gesundheit (pag) und spiegelt nicht zwingend die Meinung des BDA wider. © Presseagentur Gesundheit Lisa Braun und Michael Pross GbR