Berlin (pag) – Nach Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium ändert der Gemeinsame Bundesausschuss die Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren. Der Arzt, der eine Zweitmeinung abgibt, darf demnach auch weitere Untersuchungen vornehmen.

Die neue Fassung des Paragraphen 3 Absatz 2 besagt, dass zur Zweitmeinung neben der eigenständigen Bewertung und Beratung des Patienten Untersuchungsleistungen erbracht werden können, „sofern sie zur Befunderhebung und Überprüfung der Indikationsstellung zu dem vorgesehenen Eingriff medizinisch erforderlich sind“. Der Zweitmeiner ist aber angehalten, bereits erhobene Befunde zu berücksichtigen, wenn der Patient sie ihm zur Verfügung stellt.

Die Ursprungsversion des Paragraphen beinhaltete zwar ein Anamnesegespräch und körperliche Untersuchungen. Weitere Untersuchungs- und Behandlungsleistungen sollten aber nicht Teil der Zweitmeinung sein.

Außerdem wird bei Paragraph 8 Absatz 6 Satz 2 aufgehoben. Demnach galt eine Zweitmeinung auch dann als abgegeben, „wenn die Indikation zum empfohlenen Eingriff nicht bestätigt wird und der Zweitmeiner erklärt, dass aus seiner Sicht für die Einschätzung der Indikationsstellung erforderliche Befunde nicht oder nicht in ausreichender Qualität vorliegen oder veraltet sind“.

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