Hannover (pag) – Zur Stärkung der Patientensicherheit verabschiedet der Niedersächsische Landtag die Novelle des Krankenhausgesetzes. Hintergrund ist die Mordserie an Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst. Als wichtiges künftiges Instrument bezeichnet Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann (SPD) die Einführung von anonymen Meldesystemen in Krankenhäusern, mit denen kriminelles Handeln frühzeitig erkannt werden soll.

Dr. Carola Reimann © pag, Maybaum
Dr. Carola Reimann © pag, Maybaum

Insgesamt nennt die Ministerin fünf Maßnahmen: Neben der Meldestelle sind Krankenhäuser angehalten, regelmäßige Mortalitäts- und Morbiditäts-Konferenzen durchzuführen. Eine Häufung von ungewöhnlichen Todesfällen falle so schneller auf. Zudem muss jedes Haus eine eigene Arzneimittelkommission haben. Diese führe eine Medikamentenliste und berate das ärztliche und pflegerische Personal. Darüber hinaus arbeiten künftig Stationsapotheker in den Kliniken. Sie stehen laut Reimann zum Beispiel für arzneimittelbezogene Fragen zur Verfügung. Außerdem müssen die Krankenhäuser einen Plan erstellen, um Mitarbeiter vor zu hoher Arbeitsbelastung zu schützen.

Der Landtag erhofft sich, Gefährdungsmuster frühzeitig zu erkennen und beheben zu können. Das Votum fällt einstimmig aus. „Das Risiko von Behandlungsfehlern – ob aus Versehen oder vorsätzlich – wird gesenkt“, glaubt die Ministerin. Darüber hinaus werde das Bewusstsein in den Kliniken gestärkt, selbst mehr Verantwortung für den Schutz der Patienten zu übernehmen. Reimann: „Das führt zu mehr Patientensicherheit und die Qualität in der Medizin insgesamt wird verbessert. Patientinnen und Patienten sollen sich in unseren Kliniken sicher fühlen."

 

Eine Novelle des Bestattungsgesetzes, die ebenfalls Maßnahmen zur Stärkung der Patientensicherheit enthält, hat der Landtag bereits beschlossen. „Unter anderem sollen durch eine erweiterte Leichenschau unnatürliche Todesursachen besser erkannt werden“, teilt das Gesundheitsministerium mit.

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