Berlin (pag) – 2019 beginnt das Zweitmeinungsverfahren und Ärzte müssen auf das Recht einer Zweitberatung durch einen Spezialisten hinweisen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) publiziert sechs Entscheidungshilfen für Patienten über bestimmte, nicht eilige Operationen – aktuell zwei neue zu Mandel-OPs.

Vier der vom Institut bereits 2018 publizierten Entscheidungshilfen richten sich an Frauen, denen eine Gebärmutterentfernung empfohlen wird und erläutern Behandlungsoptionen bei Myomen, Endometriose, starken Regelblutungen, Scheiden- und Gebärmuttersenkung. Neu veröffentlicht sind zwei weitere – bei Mandelentzündung und vergrößerten Gaumenmandeln. Beide seien für Eltern gedacht, deren Kindern eine Mandel-OP nahegelegt wird, teilt das IQWiG mit. Gebärmutter- und Mandelentfernung sind die beiden ersten Eingriffe, für die das Zweitmeinungsverfahren gilt. 

Hintergrund ist eine Ende 2018 vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossene Richtlinie zur Umsetzung des in §27b SGB V festgelegten Zweitmeinungsverfahrens. Danach müssen Ärzte, die bestimmte planbare OPs empfehlen, alle Patienten auf ihren Anspruch hinweisen, die Entscheidung für oder gegen den Eingriff noch einmal kostenlos mit einem unabhängigen, besonders qualifizierten Facharzt besprechen zu können. Dieser darf nicht in derselben Praxis oder Klinik arbeiten wie der erstberatende Arzt und er darf außerdem nicht in dem Krankenhaus beschäftigt sein, wo der Eingriff stattfinden soll. Erstbefunde können dem Zweitmeiner, der auch untersuchen darf, durch den Patienten zur Verfügung gestellt werden. Zur Unterstützung des Verfahrens hat das IQWiG auf seinem Portal Gesundheitsinformation.de einen eigenen Bereich veröffentlicht, der Informationen zu Zweitmeinungsverfahren zusammenfasst und Behandlungsalternativen zu OPs benennt.

Künftig soll es im Internet zudem eine Liste der dafür zur Verfügung stehenden Ärzte geben – sie soll bis zum Frühjahr 2019 veröffentlicht sein. Geeignete Spezialisten können Patienten auch über die Kassen erfragen.

Die Entscheidungshilfen sind abrufbar unter:

https://www.gesundheitsinformation.de/zweitmeinung.2050.de.html

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