Berlin (pag) – Telemedizinische Behandlung bei Herzschwäche soll Kassenleistung werden. Auf Antrag des GKV-Spitzenverbandes (GKV-SV) leitet der Gemeinsame Bundesausschuss dafür ein Beratungsverfahren zur Nutzenbewertung ein, wie der GKV-SV mitteilt.

Das „Telemonitoring-basierte Management von Patienten mit Herzschwäche“, so der Titel des Behandlungsprogramms, habe ein Kardiologen-Team aus verschiedenen Forschungseinrichtungen entwickelt, teilt der GKV-SV mit. Vitalparameter der Patienten würden nicht mehr nur sporadisch, sondern kontinuierlich erfasst und ausgewertet. Durch eine feste Kooperation eines Telemedizinzentrums (TMZ) mit niedergelassenen Ärzten seien Interventionen zeitnah möglich; die Patienten würden lückenlos an jedem Tag im Jahr betreut, auch außerhalb der Sprechstunden. Und so funktioniert laut GKV-SV das Programm: Täglich messen die Patienten zu Hause bestimmte Körperfunktionen und übertragen diese per Mobilfunk an das TMZ. Bei auffälligen Befunden bekommen dort die Experten sowie die behandelnden Ärzte Benachrichtigungen. Das medizinische Personal muss auffällige Befunde innerhalb von vier Stunden registrieren und innerhalb von 24 Stunden über Behandlungsmaßnahmen entscheiden. „Einfach nur Daten erfassen und übertragen verbessert die Versorgung von Patienten nicht. Es kommt darauf an, dass – wie hier im Projekt – auf registrierte Veränderungen beim Patienten schnell und zuverlässig therapeutisch reagiert wird“, sagt Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Mit der neuen Methode ließen sich für Betroffene die Krankenhaustage und die Sterblichkeitsrate verringern, bezieht sich der GKV-SV auf Studienberichte.

Der Nutzenantrag ist Teil einer Gesamtstrategie des GKV-SV, um digitale Angebote für die Versorgung zu erschließen. In einem aktuellen Positionspapier fordert der Spitzenverband, den Fokus der Diskussion über digitale Konzepte im Interesse der Patienten konsequent auf eine Nutzen- und Risiko-Bewertung zu legen.

Das Positionspapier finden Sie hier:

https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/presse/publikationen/20181128_Positionspapier_Digitale_Versorgungsangebote_barrierefrei.pdf

 

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