Berlin (pag) – Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) kritisiert die mangelnde Sicherheitskultur in Deutschlands Krankenhäusern und fordert einen eigenen Patientensicherheitsbeauftragten in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens.

20.000 Menschen sterben jährlich an vermeidbaren Faktoren in Gesundheitseinrichtungen, 800.000 sind von Medikationsfehlern oder anderen unerwünschten Ereignissen betroffen. Das macht APS-Generalsekretär Hardy Müller deutlich und fordert einen Patientensicherheitsbeauftragten in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens – er will damit organisatorische Veränderungen anstoßen. Er verlangt von den Verbänden des Gesundheitswesens, dass in den kommenden drei Jahren ein Ausbildungscurriculum für diesen neuen Beruf geschaffen wird. Geeignetes Personal aus den Bereichen Hygiene oder Qualitätsmanagement sollen diese Aufgaben in der Zwischenzeit übernehmen. Die Techniker Krankenkasse habe seit 1. Februar den ersten Beauftragten für Patientensicherheit bestellt, was er sehr begrüße. Zudem habe Hessen als erstes Bundesland die Einführung von Patientensicherheitsbeauftragten per Rechtsverordnung angekündigt.

APS-Vorsitzende Hedwig Francois-Kettner plädiert für einen offenen Umgang mit Fehlern, denn in 80 Prozent der Fälle sei mangelnde Kommunikation die Hauptursache für unerwünschte Ereignisse. Sie fragt sich, warum es so schwerfällig sei, zu Änderungen um Gesundheitswesen zu kommen und weiß, dass die Stimmung in den Krankenhäusern unnötig angespannt ist. „Wir suchen keine Schuldigen, wir suchen Lösungen“, sagt sie. Francois-Kettner fordert, dass Auffälligkeiten und ungewöhnliche Ereignisse in jedem Team angesprochen werden. Eine solche Kultur müsse von der Führungsebene in den Einrichtungen vorgelebt werden. „Wir brauchen Führungskräfte, die anfangen, sich zu interessieren“, erklärt sie. Es müsse einen Willen zur Veränderung und ein „Klima ohne Angst vor Strafe“ geschaffen werden. Auch der ökonomische Druck spiele eine Rolle: „Wir befinden uns in einem Hamsterrad“.

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