Berlin (pag) – Im Gesundheitsausschuss des Bundestages hat Prof. Claudia Schmidtke (CDU), Patientenbeauftragte der Bundesregierung, ihre Arbeitsschwerpunkte erläutert. Qualität, Sicherheit und Transparenz im Gesundheitswesen sind ihr besonders wichtig.

Ein Schwerpunkt der Herzchirurgin sei der Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser „Volkskrankheit“ fielen in Deutschland jährlich mehr als 300.000 Menschen zum Opfer. Die Zahl der Todesfälle liege damit höher als bei Krebserkrankungen. Ein Expertengremium befasse sich derzeit mit Empfehlungen für eine bessere Versorgung dieser Patientengruppe.

Sie sprach sich ferner für eine Stärkung der geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung aus. So gebe es beispielsweise Unterschiede zwischen Frauen und Männern, was Symptome und Therapien bei einem Herzinfarkt betrifft. Bei solchen geschlechtsspezifischen Unterschieden sei mehr Aufklärung nötig. Was die Sicherheit betreffe, nannte Prof. Schmidtke die Versorgung mit Arzneimitteln und Implantaten. Das geplante Implantateregister werde mehr Sicherheit bringen, vorausgesetzt, es würden möglichst schnell viele Produkte aufgenommen. Chancen biete auch die Digitalisierung. Jedoch sei klar, dass die sensiblen Gesundheitsdaten sicher sein müssten und den Patienten gehörten, die selbst entscheiden könnten, für wen sie ihre Daten sichtbar machen wollten. Die Nutzung der geplanten elektronischen Patientenakte (ePA) müsse freiwillig sein.

Nach Ansicht Schmidtkes sei das Gesundheitssystem so komplex, dass viele Patienten nicht überblicken könnten, welche Leistungen ihnen zustünden. Aufklärung und Information seien daher besonders wichtig, hier seien auch Ärzte und Krankenkassen gefordert. Das Ziel sei der mündige Patient, der über die Behandlung mitentscheiden dürfe. Aus ihrer Sicht sinnvoll wäre überdies ein Patientenlotse, der sich auch um bürokratische Fragen kümmern sollte.

Thema in der Aussprache war auch die künftige Gestaltung der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

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