Berlin (pag) – Zum „Aktionstag gegen den Schmerz“, den die Deutsche Schmerzgesellschaft zusammen mit weiteren Partnern veranstaltet, weist der Deutsche Berufsverband der Pflegeberufe (DBfK) auf Defizite beim Entlass-Management von Patienten hin, die Betäubungsmittel benötigen.

Die Fehl- und Unterversorgung der Schmerzpatienten in Deutschland kritisiert Prof. Claudia Sommer, Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft: „Es gibt sehr lange Wartezeiten und wir appellieren an die Bundesregierung: Schmerztherapeut muss ein attraktiver Beruf sein, was Karrierechancen und Vergütung angeht, sonst bekommen wir ein massives Nachwuchs- und Versorgungsproblem.“

Johanna Knüppel vom DBfK geht auf das Thema Entlassmanagement ein: Wie verläuft der Übergang von Schmerzpatienten, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden, in die weitere Betreuung? Dramatisch sei die Lage für Patienten, die in der Klinik mit starken Schmerzmedikamenten behandelt werden. Da solche Arzneien der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) unterliegen, dürfen sie nicht einfach über den stationären Behandlungstag hinaus mit nach Hause gegeben werden. Nur ein Facharzt darf die Rezepte für Betäubungsmittel ausstellen, zudem müssen diese Verordnungen besonders dokumentiert werden, erklärt Knüppel. In der Praxis könne dies folgende Konsequenzen haben: Am Tag der Entlassung wird von einem stark wirkenden Betäubungsmittel auf ein schwächer wirkendes Schmerzmedikament umgestellt. Der Patient erlebt dadurch nach der Entlassung stärkere Schmerzen. Oder das Betäubungsmittel wird durch ein opoidhaltiges Schmerzpflaster ersetzt, das etwa 12 Stunden braucht, um schmerzhemmend zu wirken. „Für Pflegefachpersonen ergibt sich mitunter eine Situation, in der sie etwas tun, was sie nicht tun dürfen: Sie geben ein Betäubungsmittel aus dem Stationsbestand mit – im Interesse des Patienten, aber gesetzlich unzulässig“, berichtet Knüppel. Dies sei ein unhaltbarer Zustand. Der Verband fordert deshalb: „Das darf so nicht bleiben und da muss es praktikable Lösungen geben, die auch rechtssicher sind“, sagt Johanna Knüppel.

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