Berlin (pag) – Was für das Pflegepersonal gilt, sollte auch für die Ärzte gelten. Der Berufsverband der Internisten (BDI) fordert daher Untergrenzen an Kliniken auch für Ärzte. Sie seien von den gleichen Bedingungen betroffen wie die Pflegekräfte, von der Politik aber bisher ignoriert.

Der Verband verlangt, die Arztkosten aus den DRGs auszugliedern und Untergrenzen für die Mediziner einzuführen. Damit bekämen Krankenhäuser ein Instrument an die Hand, um die Arbeitsbelastung der Ärzte durch zusätzliches Personal zu reduzieren. Aktuelle Studien belegten, dass Ärzte ebenfalls unter den Bedingungen in den Kliniken leiden. Diese Entwicklung werde von der Politik bisher komplett ignoriert, beklagt der BDI.

Der Verband begrüßt zwar grundsätzlich die Einführung der Pflegepersonaluntergrenzen in der Pflege, sieht aber deren konsequente Umsetzung samt finanziellen Sanktionen mit Sorge. „Wenn nur noch ein Teil der Patientinnen und Patienten aufgrund des Bettenabbaus Zugang zur stationären Versorgung bzw. eine angemessene Betreuung erhält, ist das de facto keine bedarfsgerechte Versorgung mehr“, sagt BDI-Präsident Prof. Hans Martin Hoffmeister. Er plädiert dafür, alle Abteilungen eines Krankenhauses bei den Untergrenzen zu berücksichtigen, um Personalverschiebungen aus anderen Abteilungen entgegenzuwirken. Die Personaluntergrenzen gelten seit Jahresanfang in der Intensivmedizin, Kardiologie, Geriatrie und Unfallchirurgie. 

Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels wird bereitgestellt von der Presseagentur Gesundheit (pag) und spiegelt nicht zwingend die Meinung des BDA wider. © Presseagentur Gesundheit Lisa Braun und Michael Pross GbR