Berlin (pag) – Den Worten sind Taten gefolgt: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), ver.di und der Deutsche Pflegerat (DPR) haben ein Instrument zur Messung des Pflegepersonalbedarfs entwickelt. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat eine Prüfung des Verfahrens zugesagt, das nach Angaben der drei Organisationen ab Januar 2021 einsatzbereit ist.

Die Eckpunkte für die Entwicklung eines Instrumentes zur Bemessung des notwendigen Pflegepersonalbedarfs wurden bereits im August vergangenen Jahres vorgestellt. Im Rahmen der „Konzertierten Aktion Pflege“ der Bundesregierung haben sich DPR, ver.di und DKG verpflichtet, ein solches Instrument zu erarbeiten. Sie sehen das Verfahren als bedarfsgerechtere Alternative zu den Pflegepersonaluntergrenzen, die laut DKG zu Leistungseinschränkungen führen.

Sylvia Bühler
Sylvia Bühler © pag, Fiolka

„Wir haben fristgerecht geliefert, das haben uns nicht alle zugetraut“, sagt Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. Jetzt liege der Ball im Spiel des BMG. Auf dessen zügige Prüfung hofft Pflegeratspräsident Franz Wagner. Dass sich drei so „unwahrscheinliche Partner“ zusammengetan haben, zeigt für ihn den Ernst der Lage. Das Instrument könne zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität beitragen, glaubt er. „Gute Pflege und gute Arbeitsbedingungen werden möglich“, ergänzt Bühler.

Das neue Pflegepersonalbemessungsinstrument PPR 2.0 stellt eine überarbeitete und modernisierte Pflege-Personalregelung (PPR) dar, die in ihrer ursprünglichen Form immer noch von vielen Krankenhäusern zur Kalkulation der vorhandenen Pflegepersonalkosten angewendet wird. Ein Pretest mit 44 Krankenhäusern zeigt den Verantwortlichen zufolge, dass das Instrument „gut anwendbar ist und die Zeitwerte und Einstufungskriterien plausibel erscheinen“.

Einig sind sich die drei Partner, dass die Umsetzung des Verfahrens deutlich mehr Pflegepersonal erfordern werde. Forderungen, neben den Pflegepersonalkosten auch die für Ärzte aus den DRGs auszugliedern, erteilt DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß auf der Pressekonferenz eine Absage: „Jetzt alles mögliche auszugliedern, ist nicht der richtige Schritt.“

 

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