Berlin (pag) – Krankschreibungen per Telefon bei leichten Atemwegsbeschwerden sollen auf 14 Tage erweitert werden. Darüber herrscht Einigkeit zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband (GKV-SV). Um in der Corona-Krise die Praxen zu schützen und zu entlasten, gilt seit Kurzem die Sieben-Tage-Regelung. Doch das reicht offenbar nicht mehr.

Rückwirkend gibt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner Sitzung am 20. März grünes Licht für die Vereinbarung zwischen KBV und GKV-SV: Die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie wird angepasst. „Der G-BA hat sich zudem darauf verständigt, dass voraussichtlich in der kommenden Woche im schriftlichen Verfahren darüber entschieden wird, ob die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit für einen Zeitraum von bis zu 14 Kalendertagen erfolgen kann“, heißt es im Beschluss vom vergangenen Freitag.

Georg Baum (Deutsche Krankenhausgesellschaft, DKG) regt ein ähnliches Verfahren für Verordnungen im Entlassmanagement an. Der unparteiische G-BA-Vorsitzende Prof. Josef Hecken erläutert, dass sich der Unterausschuss Arzneimittel kurzfristig damit befassen werde. Gernot Kiefer (GKV-SV) signalisiert Entgegenkommen: „Entlassmanagement gehört in dieses Paket. 14 Tage halte ich für das Minimum.“

Der G-BA beschließt angesichts der Corona-Krise außerdem Ausnahmeregelungen zur Unterschreitung für Personaluntergrenzen auch für „komplexe und besonders personalintensive Versorgungsbereiche“. Diese gelten für die Qualitätsvorgaben in folgenden Bereichen:

-        Versorgung von Früh- und Reifgeborenen

-        Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit hämatoonkologischen Krankheiten

-        Kinderherzchirurgie

-        Behandlung des Bauchaortenaneurysmas

-        minimalinvasive Herzklappeninterventionen

-        allogene Stammzelltransplantation beim Multiplem Myelom

-        allogene Stammzelltransplantation mit In-vitro-Aufbereitung des Transplantats bei akuter lymphatischer Leukämie und akuter myelotischer Leukämie bei Erwachsenen

 

Die DKG fordert weitere Lockerungen. GKV-SV und Hecken haben Bedenken. Das Thema wird in den Unterausschuss Qualitätssicherung weitergeleitet.

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