Berlin (pag) – In Bayern ist ein Fall bekanntgeworden, in der eine Praxis nur noch Patienten mit 3G-Status (geimpft, genesen, getestet) behandelt. Dagegen regt sich Widerstand. So betont etwa die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), dass der Impfstatus bei Behandlungsentscheidungen keine Rolle spielen dürfe, weder bei der Aufnahme in das Krankenhaus oder auf die Intensivstation noch im Therapieverlauf oder bei der Pflege.

„Ob geimpft oder ungeimpft: Alle Patienten erhalten bei entsprechender Indikation die gleiche Behandlung und Pflege. Grundlage der Entscheidung sind allein die medizinische Indikation sowie ein patientenorientiertes Therapieziel“, betont DGIIN-Generalsekretär Prof. Uwe Janssens. „Diese rote Linie des medizinethischen Handelns darf niemals überschritten werden“, ergänzt DGIIN-Präsident Christian Karagiannidis. Die Intensivmediziner betonen aber die Wichtigkeit der Corona-Impfung. Sie „ist und bleibt der Schlüssel zur Bewältigung der Corona-Pandemie und zur Entlastung der Intensivstationen“, sagt Karagiannidis. „Das zeigt sich auch darin, dass die überwiegende Mehrheit der aktuell wegen einer COVID-19-Erkrankung behandelten Patienten auf den Intensivstationen ungeimpft ist.“

Für Aufsehen sorgt ein Fall aus dem bayerischen Friedberg. Dort weigert sich Medienberichten zufolge eine Orthopädiepraxis, Patienten ohne Impfung, Test oder Genesung zu behandeln. Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) sieht das sehr kritisch und bezieht sich dabei auf die Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung im Freistaat. „Nur nach der 3G-Regel zu behandeln, ist in Arztpraxen nicht möglich, auch wenn der Inhaber des Hausrechts, also die Ärztin oder der Arzt, für seine Räume erhöhte Sicherheitsmaßnahmen ergreifen und zum Beispiel auch eine 3G-Regel für den Zutritt vorschreiben könnte“, heißt es auf BLÄK-Internetseite. „Die Versorgung von Notfällen muss hier sichergestellt sein.“

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