Düsseldorf/Hannover (pag) – Acht Milliarden Euro sollen Kliniken und Pflegeeinrichtungen erhalten, um die steigenden Energiekosten tragen zu können. Niedergelassene fühlen sich übersehen und warnen vor einer akuten Gefahr für die ambulante Patientenversorgung. Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) fordert die Politik auf, sofort zu handeln.

 
Der geplante Gesetzentwurf zum Hilfsprogramm für gestiegene Energiekosten sieht die Unterstützung fachärztlicher Praxen nicht vor. „Das ist bezeichnend und ein alarmierendes Signal“, sagt Dr. Frank Bergmann, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Er hält es für richtig, das Gesundheitssystem finanziell zu stärken, doch es sei „absurd und nicht nachvollziehbar, wenn dabei das Fundament der ärztlichen Versorgung außen vorgelassen und schlichtweg ignoriert wird.“ Damit schließt er sich der Kritik der KVN-Vertreter an. Diese fordern von der Politik einen finanziellen Ausgleich für vertragsärztliche und vertragspsychotherapeutische Praxen. Unter den verheerenden Umständen könne eine Versorgung in der bisherigen Form kaum noch sichergestellt werden, heißt es in einer Resolution. „Krankenhäuser und ambulante Praxen sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und brauchen gerade in Krisenzeiten verlässliche Rahmenbedingungen“, betont der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke. Laut KVN werde es ohne sofortige finanzielle Hilfe zu dauerhaften Praxisschließungen kommen.
Auf Anfrage der Presseagentur Gesundheit erklärt Minister Prof. Karl Lauterbach die Zuständigkeiten: Sein Haus unterstütze Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, Bundeswirtschaftsminister Habeck sei für die ambulanten Praxen zuständig und Bundesarbeitsminister Heil für die Reha-Einrichtungen.

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