Berlin (pag) – Tausende niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten sind aufgefordert, Auskunft über die wirtschaftliche Situation ihrer Praxis zu geben. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) schreibt dazu in den nächsten Wochen etwa jede dritte an, teilt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit.

Die Befragung soll wichtige Daten für die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen liefern. KBV-Chef Dr. Andreas Gassen ruft Ärzte und Psychotherapeuten auf, sich auch in diesem Jahr wieder am Zi-Praxis-Panel (ZiPP) zu beteiligen. „Je größer der Rücklauf ist, desto aussagefähiger sind die Informationen“, betont er.

Bei der aktuellen Umfrage geht es um Daten aus dem Zeitraum 2011 bis 2014, zum Beispiel zu Aufwendungen und Erlösen aus kassen- und privatärztlicher Tätigkeit. Auch Informationen zur Personalausstattung, zur Versorgungsstruktur sowie zur Arbeitszeit werden benötigt. Die Angeschriebenen bekommen einen mehrseitigen Fragebogen, den sie bis Ende September ausfüllen sollen. Die Angaben müssen vom Steuerberater testiert werden. Für den Aufwand zahlt das Zi eine Pauschale von 200 Euro für Einzel- und 350 Euro für Gemeinschaftspraxen. Ärzte, die online ihre Daten erfassen und übermitteln, profitieren in diesem Jahr laut KBV erstmals von einem neuen Service. Sie erhalten kostenfrei einen persönlichen Finanzbericht mit Planungsoption. Die sogenannte Chefübersicht soll dem Inhaber einen Überblick über die Finanzen geben und ihn bei der Planung des kommenden Jahres unterstützen. Nach Abschluss der Datenauswertung erhalten alle Teilnehmer einen individuellen Bericht mit Kennzahlen. Damit ist ein wirtschaftlicher Vergleich mit anderen Ärzten möglich.

Das ZiPP ist nach eigenen Angaben die einzige fachübergreifende Erhebung, die eine Beurteilung der wirtschaftlichen Situation der Unternehmen über mehrere Jahre zulässt. An den vergangenen fünf Erhebungen haben sich rund 13.200 Ärzte und Psychotherapeuten aus etwa 10.900 Praxen beteiligt.

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