Berlin. Der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA) hat mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Stefan Schwartze MdB, über aktuelle Herausforderungen für die Patientensicherheit und die Zukunft der Notfallversorgung beraten. Bei dem Gespräch im Bundesministerium für Gesundheit brachte die Delegation des BDA unter Leitung von Präsidentin Prof. Dr. Grietje Beck die Perspektive der Anästhesiologie dazu ein. Begleitet wurde die BDA-Präsidentin dabei von Dr. Markus Stolaczyk und Olaf Rotthaus aus dem Referat Gesundheitspolitik des BDA.
Im Mittelpunkt des konstruktiven Austauschs standen aktuelle Fragen der Patientensicherheit sowie die Auswirkungen der geplanten Notfallreform. Anlass des Gesprächs war unter anderem die aktuelle Diskussion über Patientensicherheitsrisiken bei Kinderanästhesien im ambulanten Bereich. Der BDA verdeutlichte dabei die zentrale Rolle der Anästhesiologie als wesentlichen Pfeiler einer sicheren Patientenversorgung.
Im Gespräch stellte der BDA heraus, dass moderne Anästhesie heute zu den sichersten Bereichen der Medizin gehört und dieser Erfolg auf klaren Qualitätsstandards, hoher Fachkompetenz, modernen Sicherheitsstrukturen und einer gelebten Sicherheitskultur basiert. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass mit der zunehmenden Verlagerung medizinischer Leistungen in ambulante und sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen auch die Anforderungen an einheitliche Sicherheits- und Qualitätsstandards steigen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Notfallreform. Der BDA sprach sich für eine qualitätsorientierte und digital vernetzte Notfallversorgung aus und betonte die Bedeutung einer verbindlichen Einbindung notfallmedizinischer Expertise in zukünftige Entscheidungs- und Gremienstrukturen. Darüber hinaus wurden die Weiterentwicklung digitaler Steuerungsstrukturen, die Nutzung bestehender Register sowie Patientensicherheit als übergreifendes Leitprinzip der Reform thematisiert.
Der Austausch verlief in sehr offener und konstruktiver Atmosphäre. Beide Seiten vereinbarten, den Dialog zu Fragen der Patientensicherheit und einer patientenorientierten Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen fortzusetzen. Darüber hinaus lud der BDA Herrn Schwartze zum Parlamentarischen Abend des Verbandes ein.

