Presseerklärung Facharzt für Intensivmedizin

DGAI, BDA, DGCH, DGIM, ÖGARI sowie ESAIC lehnen den unabgestimmten Vorstoß der European Society of Intensive Care Medicine zur Schaffung eines europäischen Facharztes für Intensivmedizin ab.

Nürnberg 29.11.2020: Mit Überraschung haben die unterzeichnenden Fachgesellschaften zur Kenntnis genommen, dass die European Society of Intensive Care Medicine (ESICM) ohne vorherige Abstimmung mit der European Union of Medical Specialists (UEMS), anderen europäischen und nationalen medizinischen Fachgesellschaften, die die Intensivmedizin vertreten, Kontakt zur Europäischen Kommission aufgenommen hat, um die Einführung eines europäischen Facharztes für Intensivmedizin vorzubereiten.

Um eine europäische Harmonisierung der Weiterbildung von Intensivmedizinern zu fördern, welche auch wir für unabdingbar halten, schuf die UEMS das Multidisciplinary Joint Comittee of Intensive Care Medicine (MJC ICM), in welchem alle europäischen Fachgesellschaften vertreten sind, die für exzellente Intensivmedizin stehen. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten unter den Bedingungen einer Pandemie müssen Reformen, die die intensivmedizinische Weiterbildung betreffen, sorgfältig abgewogen und alle beteiligten Fachgesellschaften und europäischen Länder gehört und einbezogen werden.

Die Einleitung eines solchen Diskussionsprozesses sieht aus gutem Grund die formelle Moderation durch die UEMS zwingend vor. Nur so kann eine nachhaltige europäische Lösung gelingen. Der nicht abgestimmte Vorstoß der ESICM an den zuständigen regulatorischen Gremien vorbei ist hierzu ungeeignet.

Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie & Intensivmedizin (DGAI), des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten e.V. (BDA), der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), der Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) sowie der Europäischen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (ESAIC) sollte Intensivmedizin durch hochqualifizierte und kompetente Ärztinnen und Ärzte vertreten werden, die aus verschiedenen Fachgebieten stammen, da deren primäre Spezialisierung der Behandlung von kritisch kranken Patienten am besten gerecht wird. „Die im europäischen Kontext – auch im Vergleich zu Ländern mit einem Facharzt für Intensivmedizin - sehr guten intensivmedizinischen Überlebensraten von Covid-19 Patienten in Deutschland und Österreich bestätigen die hohe Versorgungsqualität, die mit dem bestehenden System erreicht werden kann, und widerlegen die Behauptung, dass durch einen Facharzt für Intensivmedizin Europa besser auf die Covid-19 Pandemie vorbereitet gewesen wäre.

Die DGAI, BDA, DGCH, DGIM, ÖGARI sowie ESAIC sind als Teil dieser europäischen Familie daran interessiert, die Weiterentwicklung der europäischen Intensivmedizin mit zu gestalten und bieten sich daher der UEMS für einen konstruktiven Dialog an, um auch zukünftig die bestmögliche Versorgung von kritisch kranken Bürgerinnen und Bürgern in Europa zu sichern.

Kontakt:
Prof. Dr. A. Schleppers
Ärztlicher Geschäftsführer / Hauptgeschäftsführer
Berufsverband Deutscher Anästhesisten e.V.
Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V.
Roritzer Str. 27
90419 Nürnberg
Tel.: 0911-9337811
Fax.: 0911-3938195
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DGAI, BDA, DGCH, DGIM, ÖGARI sowie ESAIC lehnen den unabgestimmten Vorstoß der European Society of Intensive Care Medicine zur Schaffung eines europäischen Facharztes für Intensivmedizin ab.

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