Inkrafttreten von Beschlüssen

Beschluss -

Regelungen zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern:
Ausnahmeregelung zur Aufnahmebereitschaft für beatmungspflichtige Intensivpatienten

„Anästhesie ist in der modernen Medizin unverzichtbar“ - Frank Wappler ist neuer Präsident der Anästhesisten in Deutschland - Herausforderungen der Pandemie bewältigen - Nachwuchs und Gleichstellung fördern

06.01.2021

Nürnberg. „Mit einem Massenanfall von Verletzten kannten wir uns als Notärzte sehr gut aus. Aber diese Pandemie hat ganz andere Dimensionen, die uns vor ganz neue Herausforderungen gestellt hat“, sagt Professor Dr. Frank Wappler.



Der Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am Klinikum der Universität Witten-Herdecke in Köln-Merheim ist zum Jahreswechsel neuer Präsident der „Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (DGAI) geworden. Mit dem neuen Amt hat der 60-Jährige auch den Großauftrag übernommen, weit über 20.000 Anästhesisten, Intensivmediziner und Notfallmediziner in Deutschland durch die Corona-Pandemie zu begleiten, mit allen damit verbundenen Herausforderungen, Entscheidungen und auch Unwägbarkeiten.

Versorgung einer großen Zahl schwerstkranker Patienten

Die Belastung der Kolleginnen und Kollegen sei extrem, sagt Professor Wappler: Auf vielen Intensivstationen müssten sie nicht nur eine große Zahl schwerstkranker Patienten versorgen. Nach Feierabend hätten sie zusätzlich noch die Sorge, wie sie ihre Familien vor möglichen Ansteckungen schützen können oder was passiert, wenn sie selbst infiziert werden und ihre Arbeit nicht weiter erledigen können. Das hinterlasse tiefe Spuren!

Professor Wappler ist bereits seit mehr als zehn Jahren in verschiedenen Positionen für die DGAI tätig und war im vergangenen Jahr DGAI-Vizepräsident. Er hat dabei vielfältige Aufgaben für die Fachgesellschaft übernommen und war unter anderem an der Erstellung zahlreicher Leitlinien beteiligt. Als langjähriger Präsident der „Deutschen Akademie für anästhesiologische Fortbildung“ (DAAF), aber auch darüber hinaus setzt er sich für die Fortbildung von Anästhesisten ein. Den vergangenen drei „Hauptstadtkongressen für Anästhesiologie und Intensivtherapie“ (HAI) hat Wappler seine Handschrift verliehen. Tausende Kollegen kamen zum HAI nach Berlin. Zuletzt nahmen mehr als 1500 Ärzte und Pflegekräfte an der ersten Online-Version des Kongresses teil.

17 Millionen Anästhesie-Leistungen und viele andere Aufgaben

175 Jahre nach der ersten Narkose weltweit sagt Wappler: „Die Anästhesie ist in der modernen Medizin unverzichtbar!“ Er führt das nicht nur zurück auf rund 17 Millionen Anästhesie-Leistungen und Narkosen, die seine Kolleginnen und Kollegen pro Jahr in Deutschland ausführen. Anästhesisten übernähmen zusätzlich noch viele weitere Aufgaben: Die Bewältigung von Notarzt-Einsätzen, die Behandlung von Schmerzpatienten, die Betreuung unheilbar kranker Menschen in der Palliativmedizin und - nicht zuletzt - die Versorgung von Patienten auf Intensivstationen, wie jetzt in Zeiten der Pandemie.

Als ein weiteres „Talent“ der Anästhesisten nennt der neue DGAI-Präsident Wappler die OP-Organisation: „Das Ziel ist, dass der OP wie ein Uhrwerk läuft. Und das können wir gestalten, weil wir als Querschnittsfach einfach viele Abläufe und Beteiligte sehr gut kennen und steuern können.“

Ein besonderes Anliegen ist Wappler auch die Förderung der anästhesiologischen Forschung: Vor allem in den Anästhesie-Abteilungen an den Unikliniken forschen Anästhesisten beispielsweise zu Beatmung, Herz-Kreislauffunktionen, Sepsis, Blutprodukten und Medikamenten. Die Erwartungen zu neuen Narkose-Medikamenten will Wappler aber nicht zu hoch ansetzen: „Das perfekte Narkose-Medikament, das für alle Patienten gleichermaßen wirksam ist, frei von Nebenwirkungen, gut toleriert wird, das wird es, glaube ich, nie geben. Dazu sind die Menschen einfach zu verschieden. Aber ich bin überzeugt wir sind schon sehr, sehr ,save‘ mit den Präparaten, die uns zur Verfügung stehen.“

Nachwuchsgewinnung, Gleichstellung und Nachhaltigkeit als weitere Ziele

Während seiner Amtszeit wird Professor Wappler einen weiteren Schwerpunkt auf die Nachwuchsgewinnung legen. Hierzu gehöre neben der Exzellenz in der Lehre insbesondere die gezielte Nachwuchsförderung. Auch würden die Gleichstellung in der Klinik sowie in Forschung und Wissenschaft zukünftig einen breiteren Raum einnehmen. Zudem wolle sich die DGAI vermehrt der Nachhaltigkeit in der Anästhesiologie widmen.

Mit Wappler bleibt die DGAI-Präsidentschaft im Rheinland: Der Kölner Professor wird Nachfolger des Aachener Professors Rolf Rossaint, der die DGAI in den vergangenen zwei Jahren geführt hat. Rossaints Amtszeit war stark geprägt von der Corona-Pandemie: In zahllosen Besprechungen, Videokonferenzen, Telefonaten und E-Mails musste Rossaint mit dafür sorgen, dass die Anästhesie in Deutschland die ständig wechselnden Anforderungen bewältigen konnte und das Vorgehen mit anderen medizinischen Fachgesellschaften abgestimmt wurde.

Gedanken von „Mission“ und „Vision“ fortführen

Besonders am Herzen lag Rossaint die Belebung des neuen DGAI-Studienzentrums, das der deutschen Anästhesiologie beim Ausbau der wissenschaftlichen Aktivitäten dient. Zu Beginn seiner Amtszeit verfasste Rossaint zehn Thesen zur weiteren Entwicklung des Faches. Wichtig war ihm auch der weite Blick in die Zukunft, formuliert als „Mission“ und „Vision“. Ein Projekt, das der jetzige Präsident fortführen wird.

Professor Frank Wappler wird zwei Jahre lang an der Spitze der deutschen Anästhesisten stehen. Er freut sich dabei auf die noch intensivere Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten, dem Präsidium, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BDA-DGAI-Geschäftsstelle in Nürnberg, den Studierenden, aber auch den Vertretern anderer Fachgesellschaften und Organisationen. Wichtig ist ihm dabei, festzustellen: „Ich bin zwar der Präsident. Aber was zählt, ist in der Tat: Die DGAI ist nicht ein Präsident, sondern die DGAI ist in erster Linie eine große, vielseitige und engagierte Mitgliedergesellschaft.“ 

Kontaktdaten:
Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) /
Berufsverband Deutscher Anästhesisten e.V. (BDA)
Roritzerstraße 27, 90419 Nürnberg
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
0911 93378-33
www.dgai.de / www.bda.de

Notärzte rechnen mit weniger, aber möglicherweise schwereren Feuerwerksunfällen - „Illegale oder selbstgebastelte Böller oft eine große Gefahr“ - Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt sollten unbedingt Notruf wählen

29.12.2020

Nürnberg. Notärzte warnen vor dem Zünden nicht erlaubter Böller und Feuerwerke zu Silvester: „Das könnte in diesem Jahr besonders gefährlich werden“, sagt Professor Dr. Jan-Thorsten Gräsner, selbst erfahrener Notarzt und Sprecher des „Arbeitskreises Notfallmedizin“ der „Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (DGAI).

„Sprengwirkung oft unbekannt oder unkalkulierbar“

Er rechnet wegen des coronabedingten Feuerwerk-Verbots mit deutlich weniger Silvester-Unfällen: Notärzte und Rettungswagen zum Jahreswechsel im Dauereinsatz oder volle Notaufnahmen seien diesmal weniger wahrscheinlich. Wenn aber in Deutschland nicht zugelassene Feuerwerkskörper gezündet würden, könnte es bei den wenigen Unfällen zu schwereren Verletzungen kommen: „Die Sprengwirkung solcher Produkte ist oft unbekannt oder unkalkulierbar“, warnt Gräsner. Nicht nur der Nutzer selbst, sondern auch Umherstehende - und hier besonders Kinder - könnten verletzt werden. Zu denken sei hier an schwere Verletzungen und Verbrennungen der Gliedmaße, des Gesichtes und der Augen, aber auch an Schädigungen des Gehörs durch extrem laute Explosionen.

Im Namen tausender Notärzte auf den Rettungswachen und in den Notaufnahmen bittet Gräsner darum, sich unbedingt an das Böller-Verbot in diesem Jahr zu halten! Auch selbstgebastelte Sprengkörper könnten eine große Gefahr darstellen. Nicht selten komme es hier schon bei der Herstellung im heimischen Keller oder in der Garage zu Unfällen mit schlimmen Folgen.

Im Notfall keine Angst haben, Hilfe zu rufen

Angesichts der angespannten Situation in den Krankenhäusern und der überfüllten Intensivstationen in vielen Kliniken, sei man froh über jeden Patienten weniger, macht der DGAI-Experte deutlich. Die Lage dürfe aber definitiv nicht dazu führen, dass Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zuweilen Angst hätten, den Notruf zu wählen oder ins Krankenhaus zu gehen: „Dieser Jahreswechsel erfordert von allen ein besonders rücksichtsvolles Verhalten!“

Kontaktdaten:
Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) /
Berufsverband Deutscher Anästhesisten e.V. (BDA)
Roritzerstraße 27, 90419 Nürnberg
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0911 93378-33
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